Artikel erschienen im Tages-Anzeiger/züritipp zur Ausstellung in der Galerie Commercio, Zürich von Fritz Billeter.

21. Oktober 1988

Die Form aus der Farbe

Die frühen Bilder von Daniel Diggelmann waren noch Abstraktionen; da war zum Beispiel meist etwas Landschaftliches drin. Die neuen Bilder stehen nun für sich selbst. Aber eines ist gleich geblieben: Die Farbe hat nach wie vor das Primat. Was heissen will: Bei Diggelmann ergibt sich die Form aus der Farbe – nicht umgekehrt. Doch hat er gegenüber früher beides, Farbe und Form, stark reduziert. Seine neuen Bilder scheinen einfach, aus ganz wenigen Elementen gestaltet. Dazu meint der Künstler: „Es ist gerade diese Einfachheit, die mir zu schaffen macht.“

Die Kraft des Kreises

Es sieht so aus; als habe er Grün neu und ganz für sich allein entdeckt. Dunkle, beruhigende, auch ein bisschen erdige Grünflächen bestimmen einige seiner Bilder. Von den Rändern her schieben sich andere, schwarze Flächen heran, runde oder aber abgewinkelte Formen.Durch dieses Grün, durch dieses Schwarz bahnt sich nun oft ein Kreisschlag seinen Weg: gelblich oder ausgespart, so dass die Kreislinie im Weiss der Grundierung hervortritt. „Die ungeheure Bewegung des Kreises steht gegen die Ruhe der schwarzen und grünen Farbflächen“, sagt Diggelmann. (Er redet von seinen Kreisen, als wären es lebendige Wesen.)

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